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Gleitschirmfliegen
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Die Luftsportart Gleitschirmfliegen oder Paragleiten (abgeleitet von englisch paragliding) bezeichnet das Gleitsegeln mit einem Gleitschirm. Der Pilot sitzt oder liegt dabei in einem Gurtzeug unter dem Gleitschirm und ist mit diesem durch Leinen verbunden. Die oft synonym verwendeten Begriffe Gleitsegeln und Gleitsegelfliegen sind in der Definition weniger genau. Daneben gibt es auch das motorisierte Fliegen mit Gleitschirmen.

Contents

‱ Geschichte
‱ Gurtzeug
‱ Bekleidung
‱ Starten
‱ Steuern
‱ Bremsen
‱ Landen
‱ Gefahren
‱ Schweiz
‱ Italien
‱ Frankreich
‱ Wettkampf
‱ Rekorde
‱ Segelfliegen
‱ Weblinks
‱ Literatur

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Geschichte

Das Gleitschirmfliegen begann 1965 mit dem Sailwing von David Barish. Dieser bezeichnete die neue Sportart als Slope Soaring (wörtlich Hangfliegen), stieß damit aber nur auf geringe Resonanz.cite-ref-gleitschirm-geschichte-1-0[1]

Die Entwicklung des Gleitsegelns brach damit aber nicht ab, sondern setzte sich, unter Verwendung von geeigneten FlĂ€chenfallschirmen, vorĂŒbergehend als Spezialdisziplin des Fallschirmsports fort. Entscheidenden Anteil daran hatten die Veröffentlichungen von Dan Poynter Anfang der 1970er Jahre, in denen er auch Slope Soaring und Paragliding beschrieb und 1974 schließlich Parasailing sogar in einem Lehrbuch propagierte. Eine echte SchlĂŒsselrolle kommt diesem Buch allerdings nicht mehr zu, denn bereits ab 1972 war die Idee des Gleitsegelns in Deutschland und Österreich vertreten, und die ersten FlĂŒge fanden auch in Europa bereits vor 1974 statt.

Bei diesem sogenannten Bergfliegen erfolgten die Starts wegen der geringen Gleitleistung der verwendeten FlĂ€chenfallschirme vornehmlich in steilem GelĂ€nde, so etwa von der Skiabfahrt in KitzbĂŒhel, vom Tegelberg, vom SĂ€ntis und an Ă€hnlich steilen Bergen. Die damaligen FlĂŒge waren im Wesentlichen auf schnelles Hinabfliegen ins Tal begrenzt. „Kontrollierte AbstĂŒrze“, wie sie bisweilen scherzhaft genannt wurden, waren diese FlĂŒge jedoch nicht. Die verwendeten FlĂ€chenfallschirme waren zum damaligen Zeitpunkt bereits weitgehend ausgereifte und gut steuerbare Systeme. Den ab Anfang der 1980er Jahre entwickelten „Gleitschirmen“ waren diese (sowohl von der Verarbeitung als auch von ihren grundsĂ€tzlichen flugtechnischen Eigenschaften her) zumindest unter Sicherheitsaspekten noch eine ganze Weile ĂŒberlegen. Starts waren auch mit den ersten Gleitschirmen noch eine „Herausforderung“ und sowohl Gleitzahlen wie Sinkraten bergfliegender Fallschirme und erster Gleitschirme waren somit durchaus vergleichbar (Gleitzahl ca. 3, Sinkraten ca. 3 m/s).cite-ref-gleitschirm-geschichte-1-1[1]

Erst mit der erfolgreichen technischen Weiterentwicklung der speziell auf die Verwendung zum Gleitsegeln zugeschnittenen Gleitschirme setzte sich das Gleitschirmfliegen schließlich als eigene Sportart durch – fast so, wie es sich Barish schon 1965 unter seinem Begriff Slope Soaring vorgestellt hatte.cite-ref-gleitschirm-geschichte-1-2[1]

Zum weiteren geschichtlichen Hintergrund siehe die Artikel Gleitsegel und Gleitsegeln.

AusrĂŒstung

Der Gleitschirm

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Hauptartikel

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Gleitschirm

Zur AusrĂŒstung eines Gleitschirmpiloten gehört in erster Linie der Gleitschirm. Dieser besteht aus einer Kappe, die durch Leinen mit dem Gurtzeug verbunden ist.

Die Kappe besteht meist aus einer zweilagigen TragflĂ€che (Ober- und Untersegel) aus Nylon-Stoff in Ripstop-Technik, das fĂŒr eine bessere LuftundurchlĂ€ssigkeit beschichtet ist, hĂ€ufig auf Silikonbasis. ZusĂ€tzlich schĂŒtzt die Beschichtung das Gewebe gegen mechanische Beanspruchung und UV-Licht bedingte Alterung. Zur besseren Formgebung ist die Kappe durch Profilteile in viele Kammern unterteilt, welche in Flugrichtung angeordnet und an der Hinterkante verschlossen sind. Dies verleiht den Gleitschirmen zusammen mit der von vorne einströmenden Luft das notwendige FlĂŒgelprofil. Dadurch entsteht ein Auftrieb.

Von der Segelunterseite fĂŒhren Fangleinen in mehreren Ebenen hinunter zu den Tragegurten. Eingesetzt werden hierfĂŒr zumeist dĂŒnne, mit Nylon ummantelte Aramid- oder Dyneema-Fasern mit einer hohen Reißfestigkeit.

Gurtzeug

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Hauptartikel

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Gurtzeug (Gleitschirm)

Das Gurtzeug ist der Sitz, mit dem der Pilot mit dem Gleitschirm verbunden ist. Mittels Karabinerhaken werden die Tragegurte des Schirms eingehĂ€ngt. Hinter und unter dem Sitz verbirgt sich ein Protektor in Form eines Schaumstoff- oder Luftkissens, der unsanftes Aufsetzen auf dem Boden mildern und somit Verletzungen vorbeugen soll. Bei Leichtgurtzeugen wird, aus GewichtsgrĂŒnden, oft kein Protektor verbaut.

Rettungsfallschirm

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Hauptartikel

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Rettungsfallschirm

Ein weiterer Teil der SicherheitsausrĂŒstung ist der Rettungsfallschirm, kurz auch „Rettung“ oder „Retter“ genannt. Dieser Notfallschirm soll den Piloten in gebremstem, meist senkrechten Gleiten zum Erdboden zurĂŒckbringen, wenn der Gleitschirm nicht mehr flugfĂ€hig ist. Der Rettungsfallschirm ist im RĂŒckenteil oder an der Seite des Gurtzeugs angebracht, manche werden in einem Frontcontainer vor dem Piloten montiert.

Technische Hilfsmittel

Viele Gleitschirmpiloten nutzen als technisches Hilfsmittel ein Variometer (kurz: Vario), um die eigenen Steig- und Sinkwerte sowie die Flughöhe ermitteln zu können. Vor allem im Streckenflug nutzen viele auch ein GNSS-GerÀt zur Positionsbestimmung und Flugaufzeichnung. Inzwischen haben sich auf dem Markt KombinationsgerÀte etabliert, die beide Funktionen vereinen.

Manche Piloten fĂŒhren zusĂ€tzlich ein FunkgerĂ€t mit. Dieses dient meist der privaten Kommunikation. Flugfunk ist bei dieser Art von Fliegerei nicht vorgeschrieben und wird eher selten beim Streckenfliegen genutzt, um gegebenenfalls eine Flugverkehrskontrollfreigabe einzuholen. In gewissen Regionen kann das MitfĂŒhren eines FunkgerĂ€tes auch vorgeschrieben sein, um Piloten ĂŒber etwaige Luftrettungs-EinsĂ€tze zu informieren, da Gleitschirme diese behindern könnten.cite-ref-2[2]

Bekleidung

Zur Bekleidung werden warme, winddichte Textilien, zum Beispiel Gore-Tex, verwendet, da es mit zunehmender Flughöhe kĂ€lter wird (zwischen 0,65 °C und 1 °C pro 100 Höhenmeter). Schuhe mit hohem Schaft als Knöchelschutz und ein obligatorischer Helm gehören ebenso zur AusrĂŒstung wie ein Paar Handschuhe zum Schutz der Finger, falls einmal direkt in die Leinen gegriffen werden muss.

Helme mĂŒssen keine bestimmten Vorgaben erfĂŒllen. Dementsprechend kann sowohl ein spezieller Flugsporthelm, der nach DIN EN 966 zertifiziert (und eigens fĂŒr das Gleitschirmfliegen bzw. HĂ€ngegleiten entwickelt) wurde, als auch ein Fahrradhelm legal verwendet werden. In der Schweiz ist der Helm nur wĂ€hrend PrĂŒfungen sowie der Ausbildung vorgeschrieben.

Weiteres Zubehör

Manche Piloten verwenden ein Cockpit, um darauf technische GerĂ€te wie Vario und GPS zu befestigen. Diese „Tasche“ wird vor der Brust des Piloten am Gurtzeug eingehĂ€ngt und bietet außerdem Platz fĂŒr ein Trinksystem, Kamera oder Landkarten.

In Deutschland wird das MitfĂŒhren einer Rettungsschnur empfohlen. Nach einer Baumlandung lĂ€sst der Pilot diese Schnur herab. Helfer befestigen daran ein Seil, das der Pilot dann zu sich heraufziehen kann. Mit dem Seil kann sich der Pilot am Baum sichern und eventuell auch abseilen.cite-ref-3[3]

Außerdem wird das MitfĂŒhren einer kleinen Erste-Hilfe-AusrĂŒstung und eines Gurtschneiders empfohlen.cite-ref-4[4]

Starten, Fliegen und Aufdrehen, Landen

Starten

Gestartet werden Gleitschirme in der Startart Hang von Bergen und HĂŒgeln aus, an steilen KĂŒstenabschnitten oder in der Startart Winde mit Hilfe einer Schleppwinde. DafĂŒr gibt es verschiedene Starttechniken, welche sich im Ablauf voneinander unterscheiden. Allen gemeinsam ist die Startvorbereitung: Zu Beginn fĂŒhrt der Pilot einen Vorflugcheck durch, bei dem er neben den rĂ€umlichen Bedingungen des Startplatzes (Unebenheiten, Hindernisse, Punkt zum Startabbruch) auch die meteorologischen Bedingungen sowie seinen Gleitschirm, das Gurtzeug und die Rettung prĂŒft. Danach wird die Schirmkappe in Flugrichtung ausgebreitet und die Leinen werden (grob) sortiert. Nachdem der Pilot Griff und Verschluss des RettungsgerĂ€ts ĂŒberprĂŒft hat, legt er das Gurtzeug an und schließt Bein- und Brustgurte. Falls noch nicht geschehen, hĂ€ngt er die Tragegurte des Gleitschirms jeweils an den linken und rechten Karabiner des Gurtzeugs ein. Unmittelbar vor dem Start vergewissert sich der Pilot noch einmal durch den 5-Punkte-Check (Startcheck), ob

1. alle Gurte und Schnallen geschlossen sind,
2. alle Leinen frei liegen und nicht verknotet sind,
3. der Gleitschirm komplett ausgebreitet ist und die Eintrittskante offen liegt,
4. die Windbedingungen einen sicheren Start und Flug zulassen und
5. der Luftraum fĂŒr den Start frei ist.

Sind alle Punkte erfĂŒllt, kann der Start erfolgen.

VorwÀrtsstart

Der Pilot steht entgegen der Windrichtung, den Gleitschirm hinter sich, und lĂ€uft langsam los. Durch den Zug an den Tragegurten ĂŒber die Leinen wird das Segel mit Luft gefĂŒllt und formt sich zu einem FlĂŒgel mit aerodynamischem Profil und steigt ĂŒber den Piloten. Jetzt sorgt ein kontrolliertes, den WindverhĂ€ltnissen angepasstes Bremsen dafĂŒr, dass der Schirm am Scheitelpunkt ĂŒber dem Piloten stehen bleibt. Ein Kontrollblick zeigt ihm, ob die Kappe komplett gefĂŒllt ĂŒber ihm steht und keine Leinen verheddert sind. Nun beschleunigt der Pilot weiter durch VorwĂ€rtslaufen. Ab einer Geschwindigkeit (gegenĂŒber der Luft) von ca. 20 km/h beginnt der Schirm zu tragen und hebt den Piloten in die Luft.cite-ref-5[5]

RĂŒckwĂ€rtsaufziehen

Hier steht der Pilot mit dem Gesicht zum Gleitschirm, den Aufwind im RĂŒcken. Durch Zug an den vorderen Leinen beginnt die Gleitschirmkappe nun wie beim VorwĂ€rtsstart ĂŒber den Piloten zu steigen. Hat die Kappe den Scheitelpunkt erreicht, muss sich der Pilot in Flugrichtung ausdrehen und kann gegen den Wind loslaufen und abheben wie beim VorwĂ€rtsstart.

Bei dieser Startmethode ist es fĂŒr den Piloten einfacher, das Aufsteigen der Kappe zu kontrollieren und Feinkorrekturen durchzufĂŒhren. Deswegen empfiehlt sich diese Technik gerade bei stĂ€rkeren WindverhĂ€ltnissen. Dagegen fehlt bei schwachem Wind ein ausreichender Luftstrom zum FĂŒllen der Kappe – der Pilot muss dies durch RĂŒckwĂ€rtslaufen kompensieren. Auch an der Winde kann der RĂŒckwĂ€rtsstart ausgefĂŒhrt werden. Besonders Tandempiloten verfahren hĂ€ufig so.

Eine besondere Form des Starts ist der „Cobrastart“. Bei dieser Starttechnik legt der Pilot den Gleitschirm etwa in einem Winkel von 60 Grad zur Windrichtung und zieht nur die windabgewandte Seite der Kappe auf. Dadurch verringert sich die Windkraft, die auf die FlĂ€che des Schirms wirkt. Der Pilot hat bei sehr windigen Bedingungen den Vorteil, dass er in der ersten Aufziehphase nicht gegen die volle Gewalt des Windes ankĂ€mpfen muss.

Windenstart

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Hauptartikel

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Windenstart

Im Gegensatz zum Hangstart wird der Pilot samt Gleitschirm mit Hilfe einer Seilwinde hochgeschleppt. Man unterscheidet zwei Windentypen: Die motorisierte Aufrollwinde und die Abrollwinde, die an einem Fahrzeug befestigt ist.

Die Aufrollwinde hat wÀhrend des Schleppvorgangs einen festen Standort und zieht das Seil ein, wÀhrend der Gleitschirm bis zum Erreichen des Ausklinkpunktes steigt. Durch den Aufrollvorgang nimmt die SeillÀnge zwischen Schirm und Winde dabei kontinuierlich ab.

Die Abrollwinde ist meist an der AnhĂ€ngerkupplung eines PKW befestigt, der mit Beginn des Schleppvorgangs vom etwa 100 m entfernten Gleitschirm wegfĂ€hrt. Kurz nach dem Start beginnt die Winde nach Überschreiten einer entsprechend eingestellten Zugkraft das Seil abzurollen. Auf Grund der dadurch zunehmenden SeillĂ€nge kann der Gleitschirmpilot in der Regel höher steigen als beim Schleppen mit der Aufrollwinde.

Der Startablauf sieht zu Beginn Àhnlich aus wie beim VorwÀrtsstart. Nachdem der Pilot die Kappe bis zum Scheitelpunkt aufgezogen hat, hebt er durch die Zugkraft des Seils vom Boden ab. Sobald er am Seil die maximale Flughöhe erreicht hat, kann er sich durch eine Schleppklinke manuell davon lösen und weiterfliegen.

FĂŒr den Windenstart ist eine zusĂ€tzliche Ausbildung erforderlich.

Steuern

Steuern lĂ€sst sich der Gleitschirm durch Gewichtsverlagerung und eine rechte und linke Steuerleine, auch Bremsleinen genannt, die ĂŒber fĂ€cherförmige Verzweigungen (Bremsspinne) mit der Hinterkante des Gleitsegels verbunden sind. Zieht der Pilot an einer dieser Steuerleinen, wird der Gleitschirm einseitig angebremst und lenkt in Richtung der angebremsten Seite in eine Kurve. Verlagerung des Gewichts zur kurveninneren Seite unterstĂŒtzt das Einleiten einer Kurve zusĂ€tzlich. Langgezogene, flache Kurven können auch allein durch Gewichtsverlagerung geflogen werden. Eine weitere Möglichkeit zum Steuern bietet die hinterste Leinenebene, die durch maßvollen Einsatz die Steuerleinen bei Bedarf ersetzen können.

Bremsen

Ein beidseitiges Ziehen dieser Steuerleinen bewirkt ein Abbremsen des FluggerĂ€tes. Dies wird insbesondere beim Starten und Landen sowie zum Erreichen des geringsten Sinkens eingesetzt. Noch ein weiterer positiver Effekt beim Anbremsen ist die höhere StabilitĂ€t der Gleitschirmkappe. Daher wird bei turbulenten VerhĂ€ltnissen der Schirm meistens „leicht angebremst“ geflogen.

Ein FluggerĂ€t kann aber nicht beliebig langsam geflogen werden. Ein zu starkes Anbremsen des Gleitschirmes kann zu einem Strömungsabriss am FlĂŒgelprofil fĂŒhren. Ein Strömungsabriss, auf Englisch auch Stall genannt, lĂ€sst schlagartig den Auftrieb und den Vortrieb zusammenbrechen. Bei ungenĂŒgender Reaktion des Piloten kann dies zu einem unkontrollierbaren Flugzustand oder Absturz fĂŒhren.

Beschleunigen

Durch ein fußgesteuertes Seilzugsystem, dem Beschleuniger oder Speedsystem, welches ĂŒblicherweise mittels Brummelhaken mit den Tragegurten verbunden ist, oder mit den HĂ€nden bedienten Trimmern, kann der Pilot den Anstellwinkel des Gleitschirms beeinflussen. Durch das BetĂ€tigen dieser Vorrichtung wird die „Kappennase“ nach unten gezogen. Der kleinere Anstellwinkel zur anströmenden Luft bewirkt durch den sinkenden Luftwiderstand neben der erhöhten VorwĂ€rtsgeschwindigkeit ein stĂ€rkeres Sinken sowie eine erhöhte Dynamik des Schirms bei Luftturbulenzen. Die Gefahr von Einklappern steigt hierbei.

Beim Flug mit eingeklappten Ohren erhöht sich der Anstellwinkel durch den höheren Luftwiderstand der Kappe, was dann durch BetÀtigung des Speedsystems kompensiert werden kann. Bei diesem Manöver hat das Speedsystem einen stabilisierenden Effekt.

Der Beschleuniger wird eingesetzt, um schneller voranzukommen, z. B. um Gebiete mit sinkenden Luftmassen (Fallwinde) schnell verlassen zu können, um bei starkem Gegenwind nicht nach hinten abgetrieben zu werden oder um Talquerungen schneller ĂŒberfliegen zu können. Weiter hilft die erhöhte VorwĂ€rtsgeschwindigkeit, ein Gebiet schneller nach Aufwinden absuchen zu können.

Aufdrehen, Aufkurbeln

Da der Pilot und der Gleitschirm schwerer als die umgebende Luft sind, kann mit dem Gleitschirm in ruhiger Luft nur ein Abgleiten zum Boden erfolgen. Nur bei Gleitschirmen mit Antrieb (Motorschirm) ist ein aktiver Höhengewinn möglich. Wie bei Segelflugzeugen können diese FluggerÀte aber unter Ausnutzen von Aufwinden Höhe gewinnen. Dabei werden sowohl die thermischen als auch die dynamischen Aufwinde genutzt.

‱ Thermische Aufwinde entstehen durch Temperaturdifferenzen der Luftmassen. In der Pilotensprache bezeichnet man diese als Blasen (einzelne Luftpakete), Schlauch oder Bart – das sind quasistationĂ€r aufsteigende Luftmassen. FĂŒr das Streckenfliegen sind Aufwinde unter Wolken von besonderer Bedeutung. Sie entstehen durch die Kondensation aufsteigender feuchter Luft und können ihrerseits weitere Luftmassen ansaugen. Bei entsprechenden WindverhĂ€ltnissen entstehen regelrechte Wolkenstraßen, die so abfliegbar sind.

‱ Die Nutzung der dynamischen Aufwinde wird als „Soaren“ bezeichnet. Hierbei werden die Wind-Strömungen zum Höhengewinn ausgenutzt, welche von Hindernissen wie Bergflanken oder SteilkĂŒsten nach oben gerichtet werden.

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KĂŒstensoaring

Der Pilot kann so von einem Aufwindgebiet zum nĂ€chsten fliegen. FĂŒr die mögliche Flugdistanz ist neben der Dichte, IntensitĂ€t und Höhe der Aufwindbereiche auch die WindstĂ€rke, die Gleitleistung des FluggerĂ€ts und die nutzbare Tageszeit maßgebend. Bei entsprechender Anwendung und Kombination der Techniken kann der Pilot stundenlang in der Luft bleiben. Es lassen sich so auch grĂ¶ĂŸere Strecken (siehe Rekorde) zurĂŒcklegen.

Thermische Aufwinde können fliegerisch bis zur Wolkenuntergrenze, der Basis, ausgenutzt werden. Nach deutschem Luftrecht darf in unkontrollierten und kontrollierten LuftrĂ€umen bis FlugflĂ€che FL100 (entspricht 10.000 ft. bzw. 3048 m ĂŒber der StandardatmosphĂ€re von 1013 hPa) ohne Freigabe durch die Flugsicherung geflogen werden. Im Hochgebirge wie den Alpen liegt diese Grenze höher bei FL130 (ca. 3962 m), um einen Überflug des Gebirges unterhalb der freigabepflichtigen LuftrĂ€ume zu ermöglichen. In den Schweizer Alpen ist es am Wochenende erlaubt, teilweise bis 4600 m aufzusteigen. FĂŒr Luftraum C („Charlie“) oberhalb FL100 bzw. FL130 ist eine Freigabe der Flugsicherung nötig, die fĂŒr Gleitschirme mangels Transponder und FlugfunkgerĂ€ten in der Regel nicht erteilt wird.

Flugmanöver und FlugzustÀnde mit dem Gleitschirm

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Flugmanöver und FlugzustÀnde (Gleitschirm)

Mit einem Gleitschirm lassen sich verschiedene Flugmanöver durchfĂŒhren. Sie werden im Rahmen der Grundschulung oder in Kursen gelehrt und helfen den Piloten, die Fluglage in nahezu jeder Situation zu beherrschen und zudem fĂŒr turbulente VerhĂ€ltnisse beim Thermikfliegen gerĂŒstet zu sein.

Dazu gehört die Beherrschung der verschiedenen FlugzustÀnde wie bestes Gleiten, geringstes Sinken, Minimalgeschwindigkeit, beschleunigter Flug. Ebenso sollten die wichtigsten Störungen behoben werden können wie seitlicher Klapper, Frontklapper, Sackflug. Auch die Beherrschung der Abstiegshilfen ist wichtig: Beschleunigtes Fliegen (mit damit verbundenem erhöhtem Sinken), Ohren anlegen, Steilspirale, B-Stall.

FĂŒr Fortgeschrittene bieten sich weitere Manöver aus dem Bereich der Gleitschirm-Akrobatik an. Allerdings ist in Deutschland der Kunstflug mit LuftsportgerĂ€ten verboten, wobei Kunstflug fĂŒr HĂ€ngegleiter und Gleitsegel als FlugzustĂ€nde mit einer Neigung von mehr als 135° um die Quer- oder LĂ€ngsachse definiert ist.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]

Landen

Das Landen steht naturgemĂ€ĂŸ am Ende jedes Fluges. Viele Fluggebiete haben explizite LandeplĂ€tze, die gepflegt werden und an denen Windrichtungsanzeiger die Beobachtung der Luftströme ermöglichen. Beim Streckenflug verlĂ€sst man die NĂ€he des Startberges. Falls kein ausgewiesener Gleitschirm-Landeplatz in der NĂ€he ist, sucht sich der Pilot eine geeignete Stelle fĂŒr eine Außenlandung.

Ein Landeplatz kann unter anderem nach folgenden Kriterien beurteilt werden: Sicherheit (keine Freileitungen, Bauten, ZĂ€une, Seilbahnkabel oder sonstige Gefahrenquellen im Landebereich), aerodynamische Gesichtspunkte (möglichst frei angeströmte FlĂ€che mit gleichmĂ€ĂŸigem, nicht zu starkem Wind), NĂ€he zu Siedlungen und sonstiger Infrastruktur (damit der RĂŒcktransport erleichtert wird) und Bodenbeschaffenheit (optimal ist eine gemĂ€hte Wiese ohne Hindernisse wie StrĂ€ucher, BaumstĂŒmpfe oder Mauern). Landungen sind nicht nur auf ebenen FlĂ€chen im Tal, sondern teilweise auch am Hang (Hanglandung) oder oben auf dem Berg (Toplandung) möglich.

Sobald der Pilot in der NĂ€he des anvisierten Landeplatzes angelangt ist, plant er passend zur Windrichtung seine Landeeinteilung. In Anlehnung an die Prozeduren der „großen“ motorisierten Fliegerei wird zur Landung meist eine Landevolte geflogen. Diese Landeeinteilung hat eine U-förmige Flugbahn und besteht aus

Positionskreis
Position seitlich versetzt zum geplanten Landepunkt, zum Höheabbau durch Kreise
Gegenanflug
Flugbahn fĂŒhrt parallel zum geplanten Endanflug vom Landepunkt weg
Queranflug
(verlĂ€ngerter) Übergang zum Endanflug
Endanflug
Ausrichtung und Anflug des eigentlichen Aufsetzpunktes; gegen den Wind ausgerichtet, um die Geschwindigkeit des Gleitsegels in Bezug auf den Boden möglichst gering zu halten.

Am Landepunkt setzt der Pilot mit einer Laufbewegung oder sogar stehend auf den Boden auf. Der gezielte Abbau der Höhe kann durch Variation verschiedener Elemente gesteuert werden: Man kann mehr oder weniger Positionskreise fliegen, den Gegenanflug und den Queranflug verlĂ€ngern oder verkĂŒrzen, durch Einsatz der Bremsleinen die Flugbahn des Sinkflugs verlĂ€ngern oder verkĂŒrzen und durch Aufrichten des Körpers den Luftwiderstand erhöhen. Beim gesamten Landevorgang wird der anvisierte Landepunkt regelmĂ€ĂŸig angepeilt, um frĂŒhzeitig nötige Korrekturen der Flugbahn zu erkennen. Mit dieser Einteilung lĂ€sst sich eine punktgenaue Landung gut vorbereiten. Andere Piloten im Landeanflug können durch den geregelten Ablauf den Flugweg des Anderen gut abschĂ€tzen.

Eine weitere Methode ist der Höhenabbau durch Fliegen von S-Schleifen in Landerichtung (Abachtern). Diese Methode wird vor allem bei starkem Wind angewendet, um nicht leeseitig des Landeplatzes abgetrieben zu werden.

Bei LandeplĂ€tzen mit höherer Frequentierung gibt es oft ergĂ€nzende Regelungen, welche die Sicherheit der Piloten erhöhen sollen, z. B. Trennung der LandeflĂ€che in Gleitschirm- und Drachenlandebereiche, spezielle Anflugrichtungen und sonstige Hinweise, wie den Landeplatz zĂŒgig zu rĂ€umen und das FluggerĂ€t in Abbauzonen am Rand einzupacken.

Groundhandling

Unter Groundhandling versteht man das Trainieren der Handhabung des Gleitschirms bei Wind im flachen GelĂ€nde.cite-ref-8[8]cite-ref-9[9] RegelmĂ€ĂŸiges Training kann einen positiven Effekt auf die Schirmkontrolle haben, welche wiederum die Sicherheit (insbesondere beim Starten und Landen) verbessert.

Gefahren

Aufgrund der immer wieder verbesserten Sicherheitsstandards gilt Gleitschirmfliegen heute im Gegensatz zu bestimmten Trendsportarten auch bei vielen Versicherungen nicht mehr als Risikosportart. Es wird daher beispielsweise in der Schweiz von der normalen Unfallversicherung abgedeckt. In Deutschland und in Österreich sind jedoch bei vielen Versicherungen nach wie vor ZuschlĂ€ge zu entrichten.cite-ref-10[10]

Auch die jĂ€hrlich publizierten Unfallanalysen des Deutschen HĂ€ngegleiterverbands (DHV)cite-ref-dhv-unfallstatistik-11-0[11]cite-ref-12[12] und EinzelbeitrĂ€gecite-ref-13[13] zeigen, dass die GefĂ€hrdung beim Gleitschirmfliegen wesentlich von der Kompetenz und Einstellung des einzelnen Piloten abhĂ€ngt. Deshalb gehören GerĂ€tekunde und Meteorologie zu den wichtigen Bereichen der Ausbildung. Mögliche Gefahren und deren Erkennung werden zudem in den Publikationen der nationalen VerbĂ€nde regelmĂ€ĂŸig thematisiert:

‱ Eine Hauptgefahr besteht im Zusammenklappen der tragenden Gleitschirmkappe in der Luft. Da sie nur aus Tuch und Leinen besteht und keine starren, formerhaltenden Bauteile aufweist, können heftige Turbulenzen zu einem teilweisen oder sogar vollstĂ€ndigen Strömungsabriss mit schnellem Höhenverlust fĂŒhren. Im Gegensatz zu anderen FluggerĂ€ten fĂŒhrt dies jedoch nicht zu einem GerĂ€teschaden, sondern nur zu temporĂ€rer Deformation der Kappe. Kleinere dieser Klapper können vom Piloten aber bereits im Anfangsstadium durch einen angepassten Flugstil abgefangen werden. Weiter ist eine ĂŒberlegte Flugroutenwahl zur Vermeidung von turbulenten Bereichen hilfreich.

‱ Ein Pilot sollte ĂŒber die meteorologischen Bedingungen wĂ€hrend seines Fluges informiert sein. Dazu gehören Kenntnis ĂŒber WindstĂ€rke und -richtung ĂŒberregionaler Windströmungen sowie die lokalen Windbedingungen, wie zum Beispiel Talwinde. Andernfalls könnte er in die turbulenten Bereiche der Lee-Seite eines Berges oder eines anderen Hindernisses abgetrieben werden. Ebenfalls wichtig ist, die Thermik-Entwicklung im Auge zu behalten. Dazu gehört vor dem Flug ein sorgfĂ€ltiges Studium der entsprechenden Flugwetterberichte sowie wĂ€hrend des Fluges ein kontinuierliches Beobachten der Situation. Bei Nichtbeachten kann es sein, dass der Gleitschirmpilot in eine Cumulonimbus-Wolke gesaugt oder von starken Böen durch KaltluftausflĂŒsse solcher Wolken ĂŒberrascht wird. Bei zweifelhaften Bedingungen ist auf einen Start zu verzichten.

‱ Hindernisse wie Stromleitungen oder nicht markierte Seile einer Seilbahn können zur Gefahr fĂŒr den Piloten werden, da sie aus der Luft schlecht erkennbar sind, auch wenn sie in den einschlĂ€gigen Karten eingezeichnet sind.

‱ Kollisionen mit anderen FluggerĂ€ten sind selten. DafĂŒr gibt es international festgelegte Vorflug- und Ausweichregeln. Außerdem steht das unter Segelfliegern verbreitete Kollisionswarnsystem FLARM auch fĂŒr Gleitschirmflieger zur VerfĂŒgung.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] In kleinrĂ€umigen AufwindbĂ€ndern beim Hangsoaring oder beim gemeinsamen Fliegen in einer Thermik ist viel Aufmerksamkeit und gegenseitige RĂŒcksichtnahme der Piloten gefordert, um Kollisionen zu vermeiden.

‱ Ebenfalls gefĂ€hrlich sind Landungen im Meer, in Seen oder FließgewĂ€ssern. Durch Strömungen oder Bewegungen des Piloten kann sich dieser in den Leinen seines Gleitschirms verfangen. Piloten wird deshalb empfohlen, leicht zugĂ€ngliche und gesicherte Gurtschneider bei sich zu tragen. Schneller kann man sich mit Trennkarabinern (sogenannten Quick-Outs) von seinem Schirm befreien, hierfĂŒr wird eine ausfĂŒhrliche Einweisung empfohlen.

UnfÀlle in Zahlen

Die Zahlen meldepflichtiger UnfÀllecite-ref-unfalldefinition-16-0[16] deutscher Piloten, die sich weltweit ereignet haben.cite-ref-dhv-unfallstatistik-11-1[11]

‱ Blau: UnfĂ€lle und Störungen deutscher Piloten im In- und Ausland.
‱ Rot: UnfĂ€lle mit tödlichem Ausgang deutscher Piloten im In- und Ausland.

Die Zahl der im Deutschen HĂ€ngegleiterverband organisierten Gleitschirmpiloten stieg von knapp 20.000 im Jahr 1997 ĂŒber etwa 26.000 im Jahr 2008 auf derzeit ca. 37.000.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]cite-ref-dhv-unfallstatistik-11-2[11]

Ausbildung, Lizenz und rechtliche Rahmenbedingungen

In den meisten LĂ€ndern Europas sowie Nord- und SĂŒdamerikas ist eine Ausbildung mit abschließender Lizenz zum Gleitschirmfliegen vorgeschrieben. Diese Ausbildung wird durch eine staatliche Stelle, respektive einer von ihr bezeichneten PrĂŒfungsstelle, geprĂŒft und die Fluglizenz vergeben. Die Ausbildung erfolgt in der Regel ĂŒber eine Flugschule.

Verglichen mit anderen Flugsportarten ist der Einstieg in das Gleitschirmfliegen gĂŒnstig: Ausbildung und eine gebrauchte KomplettausrĂŒstung kosten zusammen ca. 2500–4000 Euro bzw. bei einer neuen AusrĂŒstung ca. 5500 Euro.

Erste Schritte werden unter Aufsicht eines Fluglehrers an einem Übungshang gemacht. Nach einer grundlegenden Einweisung werden Boden- und Starthandling des Schirms und bei den ersten HĂŒpfern auch die grundlegenden Steuermanöver geĂŒbt. Danach beginnt die Schulung durch die HöhenflĂŒge. HöhenflĂŒge sind je nach Land unterschiedlich definiert.

Deutschland / Österreich

Deutschland und Österreich haben die Ausbildungsrichtlinien einander angepasst. So wird der deutsche Luftfahrerschein fĂŒr LuftsportgerĂ€tefĂŒhrer und der österreichische Paragleiterschein im jeweils anderen Land anerkannt oder kann ohne weitere PrĂŒfung umgeschrieben werden.

Grund- und Höhenflugausbildung

Das Mindestalter fĂŒr den Beginn der Ausbildung in Deutschland ist 14 Jahre, wobei die abschließende FlugscheinprĂŒfung erst ab dem 16. Lebensjahr absolviert werden kann.cite-ref-19[19] In Österreich kann die Ausbildung inklusive PrĂŒfung ab dem 15. Lebensjahr erfolgen.cite-ref-20[20]

Nach drei bis sieben Übungstagen und etwa 20 FlĂŒgen mit einer Höhendifferenz zwischen 40 und 100 Metern zwischen Start- und Landeplatz kann man einen Lernausweis erhalten, der zum selbststĂ€ndigen Fliegen mit Flugauftrag einer Flugschule berechtigt.

Der nĂ€chste Schritt ist die Höhenflugausbildung mit einer theoretischen Ausbildung in den FĂ€chern Luftrecht, Meteorologie, GerĂ€tekunde und Verhalten in besonderen FĂ€llen im Umfang von 20 Unterrichtsstunden und 40 FlĂŒgen mit verschiedenen Übungen im praktischen Teil. Dabei wird, unter Aufsicht von zwei Fluglehrern, die Höhendifferenz schrittweise auf ĂŒber 500 Meter gesteigert. Insgesamt sind 30 FlĂŒge mit einer Höhendifferenz von mindestens 300 m und 10 FlĂŒge mit einer Differenz von mindestens 500 m gefordert. Nach der bestandenen theoretischen und praktischen PrĂŒfung erhĂ€lt der Pilot den beschrĂ€nkten Luftfahrerschein fĂŒr LuftsportgerĂ€tefĂŒhrer (Deutschland) bzw. die Grundberechtigung fĂŒr Paragleiter (Österreich). Die alten Namen dieser Berechtigungen hört man weiterhin noch hĂ€ufig: A-Schein (Deutschland), Sonderpilotenschein oder abgekĂŒrzt „SoPi“ (Österreich). Mit diesen Lizenzen darf der Pilot von einem Startplatz starten und auf einem der zugehörigen LandeplĂ€tze landen.

Streckenfliegen

Nach vertiefender Ausbildung in den FĂ€chern Navigation, Luftrecht, Meteorologie kann die theoretische PrĂŒfung zum unbeschrĂ€nkten Luftfahrerschein (Deutschland) bzw. zur Überlandberechtigung (Österreich) abgelegt werden. Sie soll dem Piloten das RĂŒstzeug fĂŒr ÜberlandflĂŒge mitgeben. FrĂŒher wurde diese Berechtigung B-Schein genannt. FĂŒr diese Erweiterung der Lizenz mĂŒssen zusĂ€tzlich 20 von einer Flugschule bestĂ€tigte AlleinflĂŒge absolviert werden, die einen Höhenunterschied von mehr als 500 Metern sowie 10 davon eine Flugzeit lĂ€nger als 30 Minuten aufweisen. FlugĂŒbungen sowie ein Überlandflug von 10 Kilometern Distanz unter Aufsicht eines Fluglehrers gehören ebenso zur Praxisausbildung. Mit dem dann erworbenen Schein darf der Pilot offiziell StreckenflĂŒge mit einem beliebigen Landeplatz (auch Außenlandungen) durchfĂŒhren.

Fluggebiete

In Deutschland mĂŒssen alle Start- und LandeplĂ€tze durch den Deutschen HĂ€ngegleiterverband als die vertretende Behörde zugelassen sein. Sie werden dann von örtlichen Flugsportvereinen oder Flugschulen unterhalten. In einigen Fluggebieten ist aufgrund örtlicher Gegebenheiten der unbeschrĂ€nkte Luftfahrerschein Pflicht.

In Österreich sind StartplĂ€tze nicht behördlich genehmigungspflichtig, jedoch muss eine Erlaubnis durch den EigentĂŒmer oder PĂ€chter eingeholt werden. Bei FlĂ€chen, die unter das Forstgesetz fallen, gibt es unterschiedliche Rechtsmeinungen, ob das Starten mit dem Gleitschirm Teil des forstrechtlichen Gemeinnutzungsrechts ist oder ob dafĂŒr eine Erlaubnis eingeholt werden muss. Meist kĂŒmmern sich Vereine oder Flugschulen um den Erhalt der GelĂ€nde und den Erwerb der Nutzungsrechte fĂŒr die Start- und LandeplĂ€tze. Außenlandungen sind nicht genehmigungspflichtig, es empfiehlt sich jedoch, die ausgewiesenen LandeplĂ€tze zu verwenden.

In der Schweiz, in Frankreich, aber auch in Australien oder den USA reicht die Zustimmung der GrundstĂŒck-EigentĂŒmer aus. In Berggebieten ist dies meistens pauschal durch die lokale Gemeinde als EigentĂŒmerin geregelt. Es ist in jedem Fall ĂŒblich, bei der Flugplanung bei Ortskundigen nachzufragen.

Tandemfliegen

Um mit einem Passagier zu fliegen, braucht der Pilot eine zusĂ€tzliche Ausbildung. Neben einem Eingangstest, FlĂŒgen mit Fluglehrer und anderen Piloten, sowie einem PrĂŒfungsflug, ist eine zusĂ€tzliche Theorieausbildung vorgeschrieben.cite-ref-21[21]

Passagiere brauchen keine Ausbildung und erhalten vor dem Start vom Piloten genaue Anweisungen.

FĂŒr TandemflĂŒge werden spezielle Tandemschirme verwendet.

Fluglehrerausbildung

FĂŒr angehende Fluglehrer ist eine spezielle Ausbildung mit einem zweiteiligen Eingangstest festgelegt.cite-ref-22[22] Der PrĂŒfling hat in Theorie und Praxis ein ĂŒberdurchschnittliches Können nachzuweisen. Dazu sind im theoretischen Eingangstest die PrĂŒfungen fĂŒr die beschrĂ€nkte- (A-Lizenz) sowie die unbeschrĂ€nkte (B-Lizenz) Gleitsegellizenz in einer verkĂŒrzten Zeit von 140 Minuten (statt 210 Minuten) abzulegen. Im praktischen Eingangstest weist der PrĂŒfling bei verschiedenen FlugĂŒbungen und im Verhalten bei besonderen FĂ€llen (z. B. Einklapper) bedachte und kontrollierte Schirmbeherrschung nach. Besteht der PrĂŒfling den Eingangstest vor einem PrĂŒfer, so wird er fĂŒr die Fluglehrerassistenten Ausbildung zugelassen und durchlĂ€uft den Lehrgang Fluglehrerassistent, welcher mit einer Lehrprobe abschließt. Als geprĂŒfter Fluglehrerassistent muss unter Fluglehreraufsicht die notwendige Ausbildererfahrung in einem Flugschulpraktikum gesammelt werden, bevor der abschließende Fluglehrerlehrgang absolviert wird. Der Fluglehrerlehrgang schließt mit einer theoretischen sowie einer praktischen PrĂŒfung vor einer Auswahlkommission ab.

Versicherungen

Jeder Pilot muss zudem zur AusĂŒbung dieser Luftsportart neben einer gĂŒltigen Lizenz eine Haftpflichtversicherung vorweisen können, die ausdrĂŒcklich SchĂ€den abdeckt, die beim Gleitschirmfliegen verursacht werden (beispielsweise FlurschĂ€den, Stromausfall, Körperverletzung Dritter). ZusĂ€tzlich wird eine Flugunfall- und Bergekostenversicherung empfohlen.

Jugendförderung

Da die Ausbildung zum Gleitschirmpiloten in Deutschland erst ab dem 14. Lebensjahr begonnen und frĂŒhestens im 16. Lebensjahr abgeschlossen werden kann, gibt es vergleichsweise wenige minderjĂ€hrige Piloten im rechtlichen Sinn. Dennoch stellt der Deutsche HĂ€ngegleiterverband (DHV) seit 2001 ein Budget zur Jugendförderung bereit, das durch die Jugend-Kommission verwaltet wird.cite-ref-23[23] Diese nutzt die Mittel zur Förderung von Gleitschirm- und Drachenflug bezogenen Projekten, welche von anderen Organisationen wie Schulen und Vereinen durchgefĂŒhrt werden. Ebenfalls werden direkt Angebote fĂŒr junge Piloten bis 28 Jahre, meist in Form von Events mit Zeltlager-Charakter, angeboten.cite-ref-24[24] Dabei liegt der Fokus auf Spaß am gemeinsamen Fliegen und Finanzierbarkeit der Veranstaltung.

In Österreich erfolgt die Jugendförderung stattdessen durch Subventionierung des Lizenzerwerbs durch den Österreichischen Aeroclub (ÖAeC).cite-ref-25[25] Mitglieder unter 19 Jahren können um diese Förderung ansuchen.

Schweiz

FĂŒr die Ausbildung anrechenbare HöhenflĂŒge mĂŒssen in der Schweiz eine Höhendifferenz zwischen Start- und Landeplatz von mehr als 300 Metern haben.

Parallel dazu erfolgt die in fĂŒnf Bereiche gegliederte theoretische Ausbildung, die mit einer PrĂŒfung abzuschließen ist. Hierbei handelt es sich um Material- und Wetterkunde, Fluglehre und -praxis, sowie um die diesbezĂŒgliche Gesetzgebung. Nach der theoretischen erfolgt die praktische PrĂŒfung, in der innerhalb von maximal drei FlĂŒgen das Beherrschen des FluggerĂ€ts bei Start, definierten Flugmanövern und der Ziellandung innerhalb eines vorgegebenen 30-Meter-Kreises gezeigt werden muss.

Nach diesen beiden PrĂŒfungen, die der Schweizerische HĂ€ngegleiter-Verband im Auftrag des Bundesamtes fĂŒr Zivilluftfahrt durchfĂŒhrt, darf man in der Schweiz einen Einzelplatz-Gleitschirm ohne EinschrĂ€nkungen bezĂŒglich Start- und Landeplatz oder Flugdistanz fliegen. Lediglich fĂŒr das Fliegen mit Passagier ist eine weitere, strenge PrĂŒfung notwendig.

Die theoretische sowie praktische Ausbildung sowie die PrĂŒfungen können in einer der Amtssprachen Deutsch, Französisch oder Italienisch absolviert werden. Die Lizenz, ausgestellt von der Schweizerischen Eidgenossenschaft, (in der deutschsprachigen Schweiz Brevet genannt) gilt unbeschrĂ€nkt und trĂ€gt die Titel

‱ HĂ€ngegleiter Ausweis
‱ Licence de vol libre (französisch)
‱ Licenza per aliante da pendio (italienisch)
‱ Hang gliding licence (englisch)

FĂŒr die AusĂŒbung des Flugsports ist eine Haftpflichtversicherung notwendig. AuslĂ€ndische Gastpiloten mĂŒssen mit ihrem Versicherer Kontakt aufnehmen, um sicherzustellen, dass ihre Versicherung auch FlĂŒge im Schweizer Luftraum versichert und die Garantien (z. B. Deckungsbetrag fĂŒr SchĂ€den Dritter) genĂŒgen. Der Schweizerische HĂ€ngegleiterverband bietet auch 30-Tage-Versicherungen an.

In der Schweiz wird lediglich die Einwilligung des GrundeigentĂŒmers benötigt, um mit dem Gleitschirm starten zu dĂŒrfen. Auch hier werden Start- und LandeplĂ€tze meist von örtlichen Vereinen oder Flugschulen betreut. HĂ€ufig organisieren auch Bergbahnen die Start- und LandeplĂ€tze.

Italien

Die Ausbildung zum Gleitschirmpiloten entspricht der in Österreich. Allerdings gibt es keine Unterteilung der Lizenz in Grundberechtigung und Überlandberechtigung. Die Ausbildungszeit erstreckt sich dafĂŒr in der Regel ĂŒber ein halbes Jahr oder lĂ€nger.

Jeder Pilot muss zum Fliegen neben seinem Pilotenschein zusĂ€tzlich ein Ă€rztliches Zeugnis fĂŒr Flugtauglichkeit und eine Flugversicherung vorweisen können. Start- und LandeplĂ€tze werden in der Regel von örtlichen Flugvereinen verwaltet, die meist eine BenutzungsgebĂŒhr verlangen. Als Mitglied eines Flugsportvereins oder Clubs erhĂ€lt man eine generelle Erlaubnis fĂŒr das Fluggebiet. Auch wenn dies viele auslĂ€ndische Piloten nicht wissen, herrschen sehr strenge gesetzliche Regeln. So ist es in Italien gesetzliche Pflicht, eine so genannte „Nulla Osta“ (Unbedenklichkeitsbescheinigung) fĂŒr den Sportflug vom jeweiligen Regierungskommissar mit sich zu fĂŒhren, wenn man noch keine fertige Flugausbildung besitzt. Demnach ist die Flugausbildung von Nicht-Italienern offiziell nicht erlaubt. Dennoch gibt es einige (deutsche) Flugschulen, die in den SĂŒdtiroler Bergen ihre Ausbildung durchfĂŒhren. Dies kann bei UnfĂ€llen oder anderen ZwischenfĂ€llen zu weit reichenden Konsequenzen fĂŒhren.

Frankreich

In Frankreich wird nach dem Motto des „vol libre“, ĂŒbersetzt „freies Fliegen“ verfahren. Ausbildungsvorschriften und Lizenzen sind nicht erforderlich, aber empfohlen.

Gleitschirmflieger mit Motorantrieb gelten allerdings als Ultraleichtflugzeug (Ultra lĂ©gĂšre motorisĂ©e) und erfordern daher einen Luftfahrerschein fĂŒr LuftsportgerĂ€tefĂŒhrer mit:

‱ Theoretische und praktische Ausbildung als „Pilote d'ULM“ mit der Qualifikation „Parachutes motorisĂ©s“.
‱ Eine Musterzulassung des verwendeten FluggerĂ€ts.
‱ Zulassungen sowie Lizenzen fĂŒr mitgefĂŒhrte FunkgerĂ€te.

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es keine generelle Flugplatzpflicht. Auf Privatgrund ist das EinverstĂ€ndnis des GrundeigentĂŒmers notwendig, andernfalls kann die Versicherung jegliche Haftung ablehnen und der LandeigentĂŒmer nach Beobachten eines Starts oder Außenlandung vom Halter eine EntschĂ€digungszahlung wegen Landschadens verlangen.

Da in Frankreich ein weit verzweigtes Netz von Tiefflug-LuftrĂ€umen besteht, die vom MilitĂ€r fĂŒr Tiefflugtraining sowie fĂŒr FlĂŒge mit unbemannten Luftfahrzeugen eingesetzt werden, ist Vorsicht geboten. Die BeschrĂ€nkungsgebiete sind teilweise auch am Wochenende und in der Nacht aktiv und reichen in der Regel bis ca. 244 Meter (800 Fuß) ĂŒber Grund. Es ist davon abzuraten, wĂ€hrend der Betriebszeit im Band zwischen diesem Luftraum und dem Höhenprofil mit dem Gleitschirm zu fliegen. Jeder Luftraumbenutzer ist in Frankreich obligatorisch verpflichtet Informationen vorgĂ€ngig ĂŒber LuftraumbeschrĂ€nkungen, NOTAM und Flugwetterprognosen einzuholen.

Andere LĂ€nder

Mit einem gĂŒltigen Luftfahrerschein sowie einer IPPI-Card (englisch International Pilot Proficiency Information Card) der FĂ©dĂ©ration AĂ©ronautique Internationale (FAI) ist das Gleitschirmfliegen in fast allen LĂ€ndern möglich.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] Das IPPI-Card Schema umfasst fĂŒnf grundlegende Stufen:cite-ref-28[28]

| # a) | Bezeichnung | englisch | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 1 | Nur so hoch fliegen, wie man auch fallen wĂŒrde | Ground skimming | Wird in der Praxis nicht ausgestellt |
| 2 | HöhenflĂŒge | Altitude gliding | FlĂŒge mit ausreichender Höhe, um Manöver durchzufĂŒhren |
| 3 | Aktives Fliegen | Active flying | Simulation von Klappern und einfache Abstiegshilfen |
| 4 | Soaren | Soaring | Thermikflug und Soaren |
| 5 | Erfahrener Pilot | Senior pilot | Streckenflug |

Die angezeigten Farben entsprechen den verwendeten Logos der FAI

FĂŒr den D-A-CH Raum sind nur die Stufen 4 (entspricht Luftfahrerschein fĂŒr LuftsportgerĂ€tefĂŒhrer / Grundberechtigung fĂŒr Paragleiter) und 5 (entspricht unbeschrĂ€nktem Luftfahrerschein / Überlandberechtigung / Brevet) relevant, da es fĂŒr die niedrigeren Stufen kein Lizenz-Äquivalent gibt. Umgekehrt ist das Fliegen mit einer auslĂ€ndischen IPPI-Card ab Stufe 4 möglich. FĂŒr StreckenflĂŒge wird Stufe 5 benötigt.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31] In Österreich wird die IPPI-Card seit 2017 nur noch von bestimmten LĂ€ndern akzeptiert.cite-ref-32[32]

In einigen LĂ€ndern sind, Ă€hnlich wie in Frankreich, keine Lizenzen erforderlich, dennoch ist eine fundierte Ausbildung fĂŒr die AusĂŒbung des Sports angebracht. Die Flugschulen orientieren sich dabei gerne an den Vorgaben und Ausbildungsvorschriften anderer LĂ€nder. Zudem ist die bestehende Flugplatzpflicht fĂŒr Gleitschirme in Deutschland eher die Ausnahme, als die Regel: Üblicherweise ist die Einwilligung des GrundeigentĂŒmers fĂŒr den Start ausreichend. Meist kĂŒmmern sich Flugschulen oder Vereine, vielerorts auch Bergbahnbetreiber oder TourismusverbĂ€nde um den Erhalt der GelĂ€nde.

Sicherheitstraining

Auch nach abgeschlossener Ausbildung können noch Fortbildungen durch Sicherheitstrainings – international SIV genannt (abgeleitet vom französischen Simulation d’Incident en Vol ‚Simulation eines Flugvorfalles‘) – gemacht werden.

„FĂŒr sichere FlĂŒge in stĂ€rkeren thermischen Bedingungen ist der Fortbildungsstand Sicherheitstraining mit dem aktuellen GerĂ€t unumgĂ€nglich.“

–

Karl Slezak (DHV Referent fĂŒr Sicherheit und Technik)

:

Unfallbericht

, 2020

Dabei wird unter professioneller Anleitung der Umgang mit Extremflugsituationen trainiert, um die entsprechenden Piloten-Reaktionen zu automatisieren. Sicherheitstrainings finden fast ausschließlich ĂŒber Wasser statt, um die Verletzungsgefahr zu minimieren, wobei die Trainierenden ĂŒblicherweise Schwimmwesten tragen und ein Rettungsboot fĂŒr eine eventuelle Wasserlandung zur VerfĂŒgung steht.

Ein Sicherheitstraining ist eine der Voraussetzung, um in der Schweiz ĂŒberhaupt mit der Tandem-Ausbildung beginnen zu dĂŒrfen.cite-ref-34[34]

Wettkampf

Der Gleitschirmsport wird in verschiedenen Disziplinen ausgeĂŒbt und unter der Aufsicht der FAI durchgefĂŒhrt:

‱ Als klassische Disziplin hat sich das Streckenfliegen etabliert. Hier werden neben clubinternen, regionalen und nationalen auch internationale WettkĂ€mpfe durchgefĂŒhrt (siehe Paragliding World Cup, Gleitschirm-WM und Paragliding Grand Prix). Neben diesen organisierten Events ist es auch möglich, an Online-Bewerben teilzunehmen (siehe XContest bzw. Online-Contest).
‱ Eine weniger verbreitete klassische Disziplin ist das Punktlanden. Hier wird versucht, möglichst nah (im cm-Bereich) an einem vorgegebenen Punkt zu landen. Die erste Weltmeisterschaft fand vom 12. – 19. August 2000 in Middle Wallop (Vereinigtes Königreich) statt.cite-ref-35[35]
‱ Eine jĂŒngere Wettkampfdisziplin des Gleitschirmsports ist die Gleitschirmakrobatik. Eine Weltmeisterschaft wurde 2006 etabliert. Wettbewerbe werden sowohl im Einzel (Solo) als auch fĂŒr Zweierteams (Syncro) veranstaltet.
‱ Beim Hike & Fly wird ĂŒber mehrere Tage hinweg eine große Strecke lediglich mit Gleitschirm oder zu Fuß zurĂŒckgelegt: etablierte Wettbewerbe in dieser Disziplin sind die Red Bull X-Alps und X-Pyr (beide derzeit nicht unter FAI Schirmherrschaft).

Es gibt weitere Wettbewerbe, die nicht unter der Aufsicht der FAI durchgefĂŒhrt werden:

‱ Ein „Wettkampf“ ganz anderer Art ist der Coupe Icare, der jĂ€hrlich in Saint-Hilaire in Frankreich stattfindet. PrĂ€miert werden die besten Verkleidungen und ungewöhnlichsten Ideen. So flog zum Beispiel 2006 eine umgebaute CitroĂ«n 2CV „Ente“ an einem Gleitschirm.cite-ref-36[36]

Motorschirmfliegen wird als eigenstĂ€ndige Sportrichtung angesehen. In Deutschland gehört es rechtlich zum UL-Fliegen und wird daher vom Verkehrsministerium nicht dem fĂŒr das Gleitschirmfliegen zustĂ€ndigen DHV, sondern dem Deutschen Motorschirm-Verband (DMSV) als beauftragtem Verband zugeordnet. Auch international werden Motorschirmflieger von einer anderen Kommission innerhalb der FAI vertreten (CIMA).

Mit Streckenfliegen und Punktlanden bewarb die FAI Gleitschirmfliegen als eine von insgesamt 26 Sportarten fĂŒr die Aufnahme in das olympische Programm fĂŒr die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio.cite-ref-37[37] Die FAI schaffte es allerdings nicht ĂŒber die erste Bewerbungs-Phase hinaus.cite-ref-38[38]

FĂŒr bekannte Gleitschirmpiloten in diesen WettkĂ€mpfen siehe Liste bekannter Gleitschirmpiloten.


Rekorde

Verlauf Freie Strecke

Alle Kontinental- und Weltrekorde mĂŒssen von der FĂ©dĂ©ration AĂ©ronautique Internationale (FAI) ratifiziert werden, wobei Gleitschirmfliegen die Subklasse „O-3“ der Klasse „O: Hang Gliding and Paragliding“ darstellt.cite-ref-39[39] Die FAI fĂŒhrt folgende Arten von Rekorden fĂŒr Gleitschirmfliegen:cite-ref-sporting-code-40-0[40]

| Art des Rekordes | Kategorie | Rekordhalter | Leistung | Datum | Ort |
|---|---|---|---|---|---|
| Freie Strecke ( Free distance ) | Allgemein | Vereinigte Staaten Sebastien Kayrouz [ 41 ] [ 42 ] | 609,9 km | 20. Juni 2021 | Vereinigte Staaten Del Rio (Texas) |
| Gerade Strecke zu angekĂŒndigtem Ziel ( Straight distance to a declared goal ) | | | | | |
| Streckenflug ĂŒber einen angekĂŒndigten Dreiecks-Kurs ( Declared distance over a triangular course ) | | | | | |
| Streckenflug mit bis zu drei Wendepunkten zu angekĂŒndigtem Ziel ( Declared distance using up to 3 turn points ) | | | | | |
| Streckenflug zu angekĂŒndigtem Ziel mit RĂŒckkehr zum Ausgangspunkt ( Declared out-and-return distance ) | | | | | |
| Freie Strecke ĂŒber einen Dreiecks-Kurs ( Free distance around a triangle course ) | Allgemein | Frankreich Baptiste Lambert [ 43 ] [ 44 ] | 350,5 km | 20. Aug. 2023 | Frankreich Col de l’Izoard |
| Freie Strecke ĂŒber einen Dreiecks-Kurs ( Free distance around a triangle course ) | Frauen | Deutschland Brigitte Kurbel [ 45 ] | 269,1 km | 24. Juni 2019 | |
| Freie Strecke ĂŒber einen Dreiecks-Kurs ( Free distance around a triangle course ) | Tandem | Deutschland Stefan Lau [ 46 ] | 233,2 km | 2. Juni 2019 | |
| Freie Strecke mit bis zu drei Wendepunkten ( Free distance using up to 3 position checkpoints ) | Allgemein | Brasilien Marcelo Prieto [ 47 ] | 587,5 km | 10. Okt. 2019 | |
| Freie Strecke mit bis zu drei Wendepunkten ( Free distance using up to 3 position checkpoints ) | Allgemein | Brasilien Rafale de Moraes Barros [ 48 ] | 587,5 km | 10. Okt. 2019 | |
| Freie Strecke mit bis zu drei Wendepunkten ( Free distance using up to 3 position checkpoints ) | Allgemein | Brasilien Rafale Monteiro Saladini [ 49 ] | 587,5 km | 10. Okt. 2019 | |
| Freie Strecke mit bis zu drei Wendepunkten ( Free distance using up to 3 position checkpoints ) | Frauen | Schweiz Yael Margelisch [ 50 ] [ 51 ] | 531,8 km | 12. Okt. 2019 | Brasilien CaicĂł |
| Freie Strecke mit bis zu drei Wendepunkten ( Free distance using up to 3 position checkpoints ) | Tandem | Frankreich Honorin Hamard [ 52 ] | 386,9 km | 10. Nov. 2015 | |
| Freie Strecke mit RĂŒckkehr zum Ausgangspunkt ( Free out-and-return distance ) | | | | | |
| Höchstgeschwindigkeit ĂŒber einen 25/50/100/150/Vielfaches von 100 km Dreiecks-Kurs ( Speed over triangular courses of 25, 50, 100, 150, and all multiples of 100 km ) | | | | | |
| Höchstgeschwindigkeit ĂŒber 100 km bzw. Vielfaches von 100 km mit RĂŒckkehr zum Ausgangspunkt ( Speed over out-and-return courses of 100 and all multiples of 100 km ) | | | | | |
| Höhengewinn ( Gain of height ) | Allgemein | Frankreich Antoine Girard [ 53 ] | 5854 m | 15. Feb. 2019 | Argentinien Aconcagua |

ZusÀtzlich gibt es weitere Rekorde in den Sonderkategorien Punktlanden und Gleitschirmakrobatik.cite-ref-sporting-code-40-1[40]

Nationale Rekorde werden von den jeweiligen nationalen VerbÀnden verwaltet.

Faszination

Die motorlose, naturvertrĂ€gliche Luftsportart ĂŒbt eine große Faszination aus, erfĂŒllt sie doch den „Traum vom Fliegen“ aus eigener Kraft im Spiel mit den Naturgewalten.cite-ref-54[54] Manche Piloten sprechen gar von einem „Suchtpotenzial“, was aber fachbegrifflich meist auf einer Verwechslung mit „Leidenschaft fĂŒr das Fliegen“ beruht.cite-ref-55[55] Gleitschirmfliegen ist die einfachste Art, die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dies gilt sowohl fĂŒr ausgebildete Piloten als auch fĂŒr einen mitfliegenden Passagier bei einem Tandemflug.

Die meisten Piloten begrĂŒnden ihr Hobby mit der unmittelbaren NĂ€he zur Natur, ohne „Blech und Glas“ um sich herum den Wind im Gesicht zu spĂŒren, sich lautlos von der Kraft der Natur in die Höhe tragen zu lassen.

Dieser Sport bietet ihnen auch verschiedene Facetten: Manche begnĂŒgen sich mit einfachen GleitflĂŒgen ĂŒber die Landschaft im Winter oder in ruhiger Morgenluft. Andere bevorzugen „sportlichere“ Bedingungen bei Thermik, um „auf Strecke“ zu gehen. Wieder andere genießen die Natur beim Hike and Fly, lieben das puristische Biwakfliegen oder finden als Gleitschirm-Akrobaten ihr BetĂ€tigungsfeld.

Weitere GrĂŒnde, die von begeisterten Gleitschirmpiloten angefĂŒhrt werden, sind:

‱ Man kann mit vergleichsweise geringem technischem und finanziellem Aufwand die dritte Dimension erleben.
‱ Die Umwelt wird durch das Fliegen in dieser Form nicht durch Emissionen beeintrĂ€chtigt.
‱ Start- und LandeplĂ€tze benötigen wenig Platz – eine kleine (am besten gemĂ€hte) Wiese reicht zum Starten und Landen aus.
‱ Einfacher Transport des FluggerĂ€tes – zusammengefaltet umfasst eine gewöhnliche AusrĂŒstung das Volumen eines etwas grĂ¶ĂŸeren Rucksackes und wiegt etwa zehn bis achtzehn Kilogramm. So lĂ€sst sich das FluggerĂ€t an jeden beliebigen Ort tragen.
‱ Selbst weniger sportliche Menschen können diesen Sport erlernen und ausĂŒben.
‱ Man kann dieses Hobby sowohl allein als auch in einem Verein betreiben. So gibt es in Deutschland ca. 300cite-ref-56[56], in der Schweiz ĂŒber 100cite-ref-57[57] und in Österreich 97cite-ref-58[58] Gleitschirmclubs, welche die Organisation der FluggelĂ€nde und gesellige AktivitĂ€ten ĂŒbernehmen.

Gleitschirmfliegen erfordert keine Schwindelfreiheit. Nicht schwindelfreie Personen berichten, dass sie, eingespannt in das Gurtzeug, nicht mehr das GefĂŒhl haben, stĂŒrzen zu können, wie beispielsweise freistehend an einer GelĂ€ndekante. Der Körper ist etwas oberhalb seines Schwerpunkts im Brustbereich an zwei Traggurten aufgehĂ€ngt und dadurch in Bezug auf die drei Drehachsen in stabiler Gleichgewichtslage. Diese Gurte und die nach oben auseinanderstrebenden Leinen stellen die Richtung der AufhĂ€ngekrĂ€fte dar. Indem sie durch das Gesichtsfeld des Piloten verlaufen, bieten sie dem Gleichgewichtssinn einen optischen Anker. Ein Balancieren wie beim Stehen ist nicht erforderlich.

Passagierfliegen

GrundsĂ€tzlich sind auch FlĂŒge zu zweit unter einem Gleitschirm möglich. Der Pilot und sein Passagier sitzen jeweils in einem eigenen Gurtzeug voreinander und sind durch eine Tandemspreize mit dem Schirm verbunden. Es können mit Passagier alle Flugmanöver geflogen werden, selbst Akrobatikflug ist möglich. Durch die Sitzposition voreinander kann der Passagier bei Bedarf (in Deutschland und Österreich allerdings verboten) auch die Steuerleinen und die Steuerung des Flugs ĂŒbernehmen.cite-ref-59[59]

Im Unterschied zum „Tandemsprung“ beim Fallschirmspringen sprechen die Gleitschirmflieger bei ihrem Sport von einem „Tandemflug“.

Gleitschirmfliegen und Umwelt

Gleitschirmfliegen selbst ist ein naturnaher und umweltfreundlicher Sport, da es keinen LĂ€rm und keine Abgase produziert.

Das Starten bedarf eines sicheren Startplatzes in Höhenlage und geeigneten Winds. LĂ€nger dauernde EinzelflĂŒge benötigen Aufwinde, ob am GelĂ€ndeanstieg oder durch ErwĂ€rmung. Auf passendes oder auch nur zu erwartendes Flugwetter hin muss zeitnah mit – heute nur mehr – etwa 15 kg AusrĂŒstung plus KĂ€lteschutzkleidung der geeignete Startplatz erreicht werden. Das erfolgt in der Regel durch individuell genutztes Auto, mitunter auch durch Nutzung einer Seilbahn auf einen Berg. Der Transfer des Piloten vom Landeort zurĂŒck (zum Wagen) erfolgt wiederum autointensiv, mitunter per Mitfahrt, vulgo Autostoppen. Mobiltelefonie und Kooperation der Flieger untereinander und mit ihren UnterstĂŒtzern erleichtert die nötige Logistik. Der autotypische Energieverbrauch, Platzbedarf (Abstellen am Berg), Schadstoffausstoß und LĂ€rm sind damit verbunden. Geringe Weganteile werden zu Fuß mit schwerem Rucksack ĂŒberwunden, RĂŒckfahrten von weiten StreckenflĂŒgen teilweise auch unter Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Viele JĂ€ger und Landschaftsschutzbehörden stehen dem Gleitschirmfliegen kritisch gegenĂŒber. Uneinigkeit besteht in der Frage, ob Wildtiere in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum gestört werden. Am hĂ€ufigsten wird das Argument angefĂŒhrt, dass Rot- und Steinwild die großen fliegenden GerĂ€te fĂŒr Greifvögel halten und deswegen die Flucht ergreifen. Eine langfristige und unabhĂ€ngige wissenschaftliche Untersuchung der UniversitĂ€t Bern am Augstmatthorn im Berner Oberlandcite-ref-60[60] hat gezeigt, dass gewisse Probleme durch die Freizeitgesellschaft als Gesamtes durchaus bestehen, jedoch der Anteil des Flugsports daran sehr gering ist. Hier ĂŒben Wanderer, Mountainbiker und andere alpine FreizeitaktivitĂ€ten durch ihre NĂ€he einen weit grĂ¶ĂŸeren Druck auf das Verhalten der Tiere aus. Weitere Studien im Auftrag des Deutschen HĂ€ngegleiterverbands bestĂ€tigen dies.

Es ist davon auszugehen, dass bei Tieren in und um Fluggebiete ein Gewöhnungseffekt eintritt, vergleichbar mit Stadttauben mitten im Straßenverkehr. In wenig oder gar nicht beflogenen Gebieten sind die Tiere dagegen leichter zu erschrecken. Dem Piloten obliegt daher insbesondere bei ÜberlandflĂŒgen eine besondere Aufmerksamkeitspflicht.

Greifvögel scheinen nach vielfĂ€ltigen Erfahrungsberichten in der Thermik kreisende Gleitschirme, HĂ€ngegleiter und Segelflugzeuge außerhalb der Brutzeit und abseits ihrer Horste nicht als Bedrohung zu sehen. Immer wieder kommt es zu gemeinsamen FlĂŒgen im gleichen Aufwind. Beim Parahawking werden Greifvögel dazu abgerichtet, den Gleitschirmpiloten ĂŒber lĂ€ngere Strecken zu begleiten.

Ähnlichkeiten und Unterschiede zu verwandten Luftsportarten

Fallschirmspringen

FlĂ€chenfallschirme sind Gleitschirmen von Aussehen und Wahrnehmung her fĂŒr den Laien am Ă€hnlichsten. Trotzdem sind beide Sportarten grundverschieden: WĂ€hrend beim Fallschirmspringen der Schirm „nur“ ein Mittel ist, um schadlos aus dem freien Fall zu Boden zu kommen, bietet der Gleitschirm die Möglichkeit auch einer horizontalen oder aufwĂ€rts steigenden Fortbewegung. Ebenso springen Gleitschirmflieger (bis auf Akropiloten) nicht aus einem Flugzeug heraus, sondern laufen auf einem geneigten GelĂ€nde an und lassen sich durch die Aerodynamik ihres Gleitschirmes in die Luft heben. Auch daher ist der Begriff „Gleitschirmspringer“ beim Gleitschirmfliegen nicht angemessen und gilt als verpönt.

Base-Jumping wird zum Fallschirmspringen gezĂ€hlt, auch wenn es hier mitunter essentiell ist, per Horizontalbewegung – schon wĂ€hrend des Absprungs und auch wĂ€hrend der Zeit am Schirm – von der Absprungbasis weg und zu einer geeigneten Landestelle hin zu kommen.

HĂ€ngegleiten

HĂ€ngegleiter, umgangssprachlich auch Drachen genannt, erlauben wie die Gleitschirme einen Fußstart vom Berg, werden jedoch von GestĂ€nge aufgespannt. Ihre Entwicklung verlief Ă€hnlich, ging dem Gleitschirm aber um etwa zwanzig Jahre voraus. In ihrer Bauart und Steuerung unterscheiden sie sich erheblich. Der DrachenflĂŒgel ist selbsttragend und wird vor dem Flug aus einem mehrere Meter messenden, lĂ€nglichen Paket zusammengebaut. Er wird durch Verlagerung des Pilotengewichts gesteuert. WĂ€hrend man in einem Gleitschirmgurtzeug sitzt oder auf dem RĂŒcken liegt, nehmen Drachenpiloten meist eine flach auf dem Bauch liegende Position ein. Piloten sprechen vom FluggefĂŒhl eines Vogels. Weitere Unterschiede liegen in der wesentlich höheren Fluggeschwindigkeit, in den besseren Gleiteigenschaften und einer damit zusammenhĂ€ngenden geringeren Empfindlichkeit fĂŒr Turbulenzen und Starkwind. Die Gefahr des Einklappens der TragflĂ€che besteht bei HĂ€ngegleitern nicht. Wegen der lĂ€ngeren Ausgleitstrecke benötigen sie deutlich mehr Platz fĂŒr die Landung.

Trotz dieser Unterschiede wird das Drachenfliegen von vielen Piloten als die dem Gleitschirmfliegen am nÀchsten verwandte Art des Fliegens gesehen, was sich auch darin spiegelt, dass beide Gruppen meist in einem gemeinsamen nationalen Verband organisiert sind.

Der Boom des Gleitschirmfliegens zwischen 1990 und 2000 fiel mit einem RĂŒckgang des Drachenfliegens in Ă€hnlicher GrĂ¶ĂŸenordnung zusammen. Als Grund werden die einfachere Handhabung am Boden und der geringere Aufwand beim Transport des Gleitschirms angesehen.

Segelfliegen

Auch Segelflieger nutzen die Aufwinde wie die Piloten der vorgenannten FluggerĂ€te. Segelflugzeuge unterscheiden sich jedoch durch ihre aufwĂ€ndigere Bauart und Steuerung mittels Höhen-, Seiten- und Querruder. Ihre Leistungsdaten bezĂŒglich Fluggeschwindigkeit, Gleitleistung und Flugdistanzen sind bedeutend besser als die von Gleitschirmen. DafĂŒr gelingt es mit diesen besser, auch schwache Hangaufwinde und enge, rĂ€umlich begrenzte ThermikbĂ€rte zu nutzen.

Segelflugzeuge sind in der Regel verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gut instrumentiert und erhalten daher gelegentlich Freigaben fĂŒr den Luftraum C oberhalb FL100 (bzw. FL130, s. o.). Sie können dann auch schnelle Höhenwinde und Aufwinde wie Föhnwellen bis in Höhen oberhalb von 5000 m ausnutzen.

Speed Flying und Speed Riding

Speed Flying und Speed Riding sind aus dem Gleitschirmfliegen hervorgegangen. Speed Flying wird ĂŒberwiegend in der thermikarmen Zeit, z. B. im Winter (auch mit Ski) oder bei Starkwindbedingungen betrieben. Verwendet werden dazu Gleitschirme mit kleiner FlĂ€che (8–14 mÂČ) und damit höherer FlĂ€chenbelastung, kleinerer Gleitzahl und daraus resultierend höherer Fluggeschwindigkeit – erreicht werden 60–120 km/h. Diese Speedwings sind auch bei stĂ€rkerem Wind einsetzbar. Die Leinen sind kĂŒrzer und erlauben dadurch ein Auslegen auf schmalen und kurzen StartplĂ€tzen.

VerbÀnde

Auf internationaler Ebene wird Gleitschirmfliegen – zusammen mit HĂ€ngegleiten – durch die FĂ©dĂ©ration AĂ©ronautique Internationale (FAI) – im Speziellen von der Internationale HĂ€ngegleiter- und Gleitschirmflug-Kommission (CIVL) vertreten.

Nationale VerbÀnde sind Mitglieder dieses Weltverbandes:

‱ Deutscher Aero Club (DAeC)
‱ Federazione Italiana Volo Libero (FIVL)

Weblinks

Wiktionary: Gleitschirmfliegen

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wiktionary: Gleitschirmflieger

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wiktionary: Gleitschirmpilot

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Commons

: Gleitschirmfliegen

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

‱ DHV – Deutscher HĂ€ngegleiterverband
‱ ÖAeC – Österreichischer Aero-Club
‱ SHV/FSVL – Schweizerischer HĂ€ngegleiter-Verband
‱ FIVL – Federazione Italiana Volo Libero

Literatur

‱ Peter Janssen, Karl Slezak, Klaus TĂ€nzler: Gleitschirmfliegen – Theorie und Praxis. 20. Auflage. Langen-MĂŒller, MĂŒnchen 2021, ISBN 978-3-7844-3577-0.
‱ Burkhard Martens: Das Thermik- und Streckenflugbuch fĂŒr Gleitschirm- und Drachenflieger. 1. Auflage. Thermikwolke, Gaißach 2023, ISBN 978-3-00-074609-3. cite-ref-61[61]
‱ Toni Schlager: Gleitschirmfliegen – Praxiswissen fĂŒr AnfĂ€nger und Profis zu AusrĂŒstung, Flugtechnik und Streckenfliegen. Bruckmann, MĂŒnchen 2017, ISBN 978-3-7654-5778-4.

Einzelnachweise

cite-note-gleitschirm-geschichte-11. ↑ Toni Schlager: Gleitschirmfliegen. Bruckmann, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-7654-4503-7, Geschichte und Entwicklung des Gleitschirms, S. 10–11.
cite-note-22. ↑ Fliegen in den Dolomiten – nur noch mit PMR-Hörbereitschaft. 7. August 2018, abgerufen am 4. Januar 2021.
cite-note-33. ↑ Flugbetriebsordnung (FBO) fĂŒr HĂ€ngegleiter und Gleitsegel. (PDF (22 kB)) DHV, 23. Dezember 2015, abgerufen am 15. April 2019 (gemĂ€ĂŸ § 21 a Absatz 4 LuftVO, Abschnitt I Punkt 10).
cite-note-44. ↑ Erste Hilfe PĂ€ckchen. DHV, abgerufen am 25. August 2017.
cite-note-55. ↑ Peter Cröniger: VorwĂ€rts Aufziehen Schritt fĂŒr Schritt. In: DHV-info. Nr. 224, Juli 2020, S. 40–49.
cite-note-66. ↑ §14 LuftVO - Einzelnorm. Abgerufen am 25. August 2017 (Abs. 1): „[...] KunstflĂŒge mit LuftsportgerĂ€ten sind verboten.“
cite-note-77. ↑ Flugbetriebsordnung (FBO) fĂŒr HĂ€ngegleiter und Gleitsegel gemĂ€ĂŸ § 21 a Absatz 4 LuftVO. (PDF; 22 kB) In: dhv.de. Deutscher HĂ€ngegleiterverband, 22. Juli 2019, abgerufen am 8. Juni 2021.
cite-note-88. ↑ Karl Slezak: Groundhandling. (PDF) In: DHV Info #144. DHV, 2007, abgerufen am 27. Oktober 2020: „Groundhandling, das Trainieren bei Wind im flachen GelĂ€nde.“
cite-note-99. ↑ Peter Cröniger: Groundhandling – Basics. (PDF) In: Groundhandling – Basics. DHV, 2013, abgerufen am 27. Oktober 2020.
cite-note-1010. ↑ Piloten Report: Die passende BerufsunfĂ€higkeitsversicherung fĂŒr Flieger. DHV, abgerufen am 15. April 2019.
cite-note-dhv-unfallstatistik-1111. ↑ Karl Slezak: Unfallstatistik Gleitschirm 2023. (PDF) DHV, abgerufen am 15. September 2025.
cite-note-1212. ↑ Karl Slezak, Volker Schwaniz: Unfallberichte des Deutschen HĂ€ngegleiterverbandes. In: dhv.de. DHV, abgerufen am 4. Juni 2018.
cite-note-1313. ↑ Klaus Irschik: Risikofaktor Mensch. In: DHV-Info. 140 (2006) S. 36–41
cite-note-1414. ↑ Webseite von Flytec zum Einbausatz von FLARM-Modulen in Varios fĂŒr Gleitschirmflieger. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 4. Februar 2016; abgerufen am 28. MĂ€rz 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.flytec.ch
cite-note-1515. ↑ FAT 201 - FLARM fĂŒr Gleitschirm und HĂ€ngegleiter. Archiviert vom Original am 8. Juni 2017; abgerufen am 26. Mai 2019.
cite-note-unfalldefinition-1616. ↑ Unfallmeldung (Störungsmeldung). DHV, abgerufen am 15. April 2019 (Unfalldefinition des deutschen HĂ€ngegleiterverbandes).
cite-note-1717. ↑ Karl Slezak: Unfallanalyse 2016. (PDF) In: DHV Info #206. DHV, August 2017, S. 34, abgerufen am 5. Juli 2021.
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cite-note-5555. ↑ Siegbert A. Warwitz: Vom Sinn des Wagens. Warum Menschen sich gefĂ€hrlichen Herausforderungen stellen. In: DAV (Hrsg.) Berg 2006. MĂŒnchen / Innsbruck / Bozen 2005, S. 96–111.
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cite-note-5959. ↑ DHV Gleitschirm und Drachen fliegen in Deutschland: Passagierfliegen. Deutscher HĂ€ngegleiterverband e. V., abgerufen am 25. August 2017.
cite-note-6060. ↑ Steckbrief zum Projekt der UniversitĂ€t Bern zu Wildtieren und Freizeitgesellschaft (Memento vom 9. Dezember 2008 im Internet Archive)
cite-note-6161. ↑ Dieses Buch aktualisiert Martens BĂŒcher Das Thermikbuch und Das Streckenflugbuch (beide 2007) und fasst sie zu einem Buch zusammen.